In unserem Atelier in Berlin-Charlottenburg entwerfen und schneidern wir unsere detailverliebten Kostüme. Jedes Kostüm ist mit viel Liebe handgefertigt und erzählt seine ganz eigene Geschichte. Die Kleinen verwandeln sich in einen süßen feuerspuckenden Drachen, das schöne verträumte Einhorn oder einen frechen pieksenden Igel - und das nicht nur an den Karnevalstagen!

Hinter maii-berlin steckt das kreative Team von uns zwei Designerinnen Britta Stelzig-Kupsch und Astrid Menz.
Ich, Astrid, komme ursprünglich aus Weimar. Nach meinem Abitur verschlug es mich nach Wiesbaden, wo ich in einem geschichtsträchtigen Haute Couture Salon eine Lehre zur Schneiderin absolvierte. Jede Naht wurde mit der Hand genäht, in allen Ecken spürte man den Hauch der 40er, 50er Jahre und handwerkliche Tradition wurde hier großgeschrieben.
Nach erfolgreich abgeschlossener Lehre zog es mich allerdings ins aufregende Berlin. Ich absolvierte hier eine Ausbildung im Bereich Schnitttechnik und sammelte einige Erfahrungen bei kleinen Berliner Designern. Das Designstudium, das ich dann begann, war eigentlich die logische Folge aus den vorangegangenen Schritten.
Beim Studium traf ich Britta. Britta ist echte Berlinerin, kam zum Glück auch nicht frisch von der Schulbank, sondern hatte eine Erzieherausbildung absolviert, nach einiger Praxiszeit aber beschlossen, einen handwerklich-kreativen Weg einzuschlagen.
Auch Britta hatte vor dem Studium bei verschiedenen Berliner Designern gearbeitet und sich einige Zeit im Auftrag historischer Ensembles intensiv mit der Gestaltung und Anfertigung historischer Kostüme beschäftigt.
Ein gemeinsames Praktikum bei einem damals noch kleinen Modelabel führte uns schließlich gegen Ende des Studiums für einige Monate nach New York. Das war eine spannende Zeit, in der wir viel über Produktionsabläufe und Möglichkeiten einer kleinen Firma in so einer großen Stadt gelernt haben. Wir konnten dort hautnah miterleben, wie und wo die Produktion einer ganzen Kollektion stattfindet, waren unterwegs in Druckereien, Nähereien in Manhattan, bei Strickerinnen in Queens... das sind Erfahrungen, die uns auch heute noch helfen, über den Tellerrand hinaus zu denken und Lösungen zu finden, die nicht "im Lehrbuch stehen".
Wir machten zur gleichen Zeit unser Diplom, bekamen etwa zur gleichen Zeit unsere Kinder... das war nicht nur Pragmatismus, der uns dann eine gemeinsame berufliche Zukunft beginnen ließ.
Wir bearbeiteten anfangs zusammen einige Aufträge: nähten aufwändige Rokokokostüme, erstellten einige kleine Bühnenkollektionen für klassische Musikensembles. Die Kindersachen waren dann ein Versuch, unsere eigenen Ideen frei zu realisieren, der Erfolg hat uns wirklich überrascht.
Ohne DIY könnten wir nicht leben, weil...
...es eine zutiefst befriedigendes Erlebnis ist, an der Produktion einer Sache von der ersten Idee über die erste Skizze, die Konstruktion eines Schnittes, die Auswahl eines Stoffes, dem Zusammenfügen der Teile beteiligt zu sein. Wenn diese Kreation dann noch auf eine begeisterte Käuferschaft trifft, gibt das eine enorme Bestätigung, die wir nicht mehr missen möchten!
Wie seid Ihr zu DaWanda gekommen und was hat sich in Eurem Leben seit der Eröffnung Eures Shops verändert?
Begonnen haben wir mit fünf Kostümen im Januar 2011 - gerade noch pünktlich zur Karnevalssaison. Es war wirklich nur ein relativ naiver Versuch, aber als eine Stunde nach dem Einstellen der Sachen in unseren frischgebackenen Shop das erste Einhorn verkauft war, hatten wir Blut geleckt und sind seit diesem Tag stetig gewachsen.

Wie bekommt Ihr Ideen für neue Produkte und wie sehen Eure Arbeitsprozesse aus?
Unsere Kinder sind oft die eigentliche Quelle für unsere Ideen, ihre Wünsche und Anregungen sind ein guter Ausgangspunkt für neue Kreationen. Sie sind und waren immer unsere ersten "Testobjekte" und dabei auch knallharte Kritiker aber auch begeisterte Fans von maii-berlin!
Dabei ist es immer wichtig, die Welt aus der Sicht der Kinder im Auge zu behalten, jedes Alter hat seine eigenen Fantasien und Idole und das wollen Kinder in ihren Verkleidungen auch zum Ausdruck bringen! Nur wenn man da den richtigen Nerv trifft, kommt das Kostüm auch bei der eigentlichen Zielgruppe gut an!
Kreatives Tief und nun? Was sind Eure Tipps gegen plötzliche Ideenlosigkeit?
Ehrlich gesagt haben wir gar keine Zeit für ein kreatives Tief. Immer in Bewegung bleiben ist wahrscheinlich der Hauptmotor bei kreativen Prozessen. Bei uns schlummern noch so viele Ideen in der Kiste, dass wir uns extra Zeit und Raum schaffen müssen, um diese umzusetzen. Kreativ sein bedeutet Entspannung und passiert allein im Urlaub genauso wie während des gemeinsamen produktiven Schaffens.

Wie machst Du Deine Produkte bzw. Deinen Shop bekannter? (Social Media, Kooperationen, Gewinnspiele o.ä.)
Dabei hatten wir bis jetzt in DaWanda immer einen guten Partner. Der Charakter der Plattform macht es einfach: es haben ja beide Seiten etwas davon, wenn ein Shop bekannter wird und Käufer anzieht. Natürlich schalten wir auch Werbung in Magazinen, aber oft finden wir auch überraschend unsere Produkte in einschlägigen und auch kleineren Blättern, wie z.B. in der online-Ausgabe der Living at Home, der Gala, Glamour, Kleinformat, Luna...
Wann immer es uns unsere Zeit erlaubt, kümmern wir uns auch um Social Media, wie Facebook und wir sind auch auf Instagram zu finden. Das sind aber auch Zeitfresser, für die man sich Freiräume schaffen muss. Ganz ignorieren wollen wir diese jedoch nicht, geben sie doch dem Label maii-berlin ein persönliches Gesicht, denn eine gewisse Anonymität bringt das Online - Geschäft ja mit sich.
Wie seht Ihr Eure Zukunft als Designerinnen? Worauf dürfen wir uns noch freuen?
Wir wollen schon größer und bekannter werden und um wirklich davon leben zu können, müssen wir das auch. Wichtig dabei ist uns allerdings, dass der Charakter von maii-berlin erhalten bleibt. Denn traditionelles Handwerk, Qualität und außergewöhnliche Ideen sind das Besondere, das unser Label ausmacht. Das sollte beim "Wachsen" nicht verloren gehen. Es warten noch viele aufregende Kreationen darauf, umgesetzt zu werden!
Welchen Ratschlag wrdet Ihr jemandem geben, der vor hat seine kreativen Trume zu verwirklichen?
Traut euch. Probiert es aus aber verkauft euch nicht unter Wert. Handarbeit ist heute etwas wirklich Besonderes und Individuelles, hat Qualität und das sollte auch seinen Preis haben.
Euer Schlusswort?
Es ist unglaublich, welche Motivation uns die positive Resonanz durch unsere Kunden gibt. Wir bekommen wirklich begeisterte Bewertungen und nehmen diesen Zuspruch als echten Ansporn, unseren Weg in der eingeschlagenen Richtung weiterzugehen.